Reliquienstein des Hl. Erzengel Michael – Gargano

12,00 

Größe: 3,7 cm x 3,7 cm x 1 cm

Material: goldenes Metall

 

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Beschreibung

Reliquienstein des Heiligen Erzengels Michaels aus der Grotte des Heiligen Michael der wundersamen heiligen Höhle im Mont Gargano in Italien.
Die Ursprünge der Reliquienverehrung
Die Reliquienverehrung hat ihre Wurzeln tief im Glaubensleben der frühen Christen, insbesondere während der Märtyrerzeit. Für die ersten Anhänger des Christentums war es eine natürliche Selbstverständlichkeit, die Gräber der Märtyrer aufzusuchen, um dort zu beten und ihre Verbindung zu diesen heiligen Persönlichkeiten zu stärken. Die Katakomben, in denen sie oft versammelt waren, wurden nicht nur als Bestattungsorte, sondern auch als Schauplätze für die Feier der Eucharistie genutzt. Diese praktischen und spirituellen Akte bildeten die Grundlage einer jahrhundertealten Tradition, die sich in der Verehrung von Reliquien fortsetzt.
Mit der Zeit entstand die Praxis, Reliquien, insbesondere Teile der Gebeine von Heiligen, an benachbarte christliche Gemeinschaften zu übermitteln. Da die Zugänglichkeit zu den vielen Heiligengräbern damals stark eingeschränkt war, wurde diese Methode zum zentralen Element der Reliquienverehrung. In der Folge wurden über den Gräbern der Märtyrer und anderer Glaubenszeugen Kirchen errichtet, die zu Orten des Glaubens und der Andacht wurden.
Arten von Reliquien in der katholischen Kirche
In der katholischen Kirche unterscheidet man streng zwischen zwei Klassen von Reliquien. Die erste Klasse sind die Primärreliquien, die direkt mit den Heiligen verbunden sind, sei es „ex ossibus“ (von den Gebeinen) oder „ex corpore“ (vom Leibe). Diese Reliquien genießen höchsten Respekt und dürfen bis heute, wie es seit Jahrhunderten Tradition ist, in Altären eingesetzt werden.
Die zweite Kategorie sind die Berührungsreliquien, die aus dem Bedürfnis der Gläubigen entstanden sind, Gegenstände zu bewahren, die mit einem Heiligen in engem Kontakt standen. Dies konnte durch Berührung von Stoffen an den Gebeinen oder durch eine andere Form der Nähe geschehen. Berührungsreliquien sind oft einfacher herzustellen und stellen somit eine wertvolle Alternative dar.
Verehrung und Anbetung im Kontext der Reliquien
Ein klarer Unterschied besteht zwischen Verehrung und Anbetung in der katholischen Lehre. Anbetung, welche ausschließlich dem dreifaltigen Gott zusteht, wird als latreutischer Kult bezeichnet. Dagegen bezieht sich der dulische Kult auf die Verehrung der Heiligen und Engel. Einen besonderen Platz nimmt die Gottesmutter Maria ein, der der hyperdulische Kult zuteilwird, da sie als Königin der Heiligen angesehen wird.
Die katholische Kirche hat eine klare Struktur und Unterscheidung in ihrer Liturgie etabliert. Die Heiligen werden als Freunde Gottes verehrt, deren Fürsprache die Gläubigen bei Gott erbitten. Dennoch bleibt das Bewusstsein bestehen, dass alle Gnaden letztendlich von Gott kommen, und nicht von den Heiligen selbst. Dieser feine Unterschied verdeutlicht, dass die Verehrung von Reliquien nicht als Anbetung verstanden werden sollte, sondern als ein Medium, um die Verbindung zu Gott und seinen Heiligen zu vertiefen.
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Der Erzengel Michael ist als der Fürst der Engel bekannt und spielt eine zentrale Rolle in der christlichen Ikonographie und Liturgie. Sein Festtag wird am 29. September gefeiert, was auf eine lange Geschichte der Verehrung zurückgeht. Bereits im 4. nachchristlichen Jahrhundert ist die Verehrung des Erzengels Michael im Osten belegt, und im 5. Jahrhundert wurde ihm in Rom eine Kirche geweiht. Diese Kirche ist mit der Legende verbunden, dass Michael auf dem Gargano in Italien erschienen ist, wo sich bis heute ein bedeutendes Heiligtum befindet.
Die Bedeutung des 29. Septembers als Festtag des heiligen Erzengels Michael wurde im Laufe der Jahrhunderte durch die kirchliche Tradition gefestigt. Bis zum Zweiten Vatikanischen Konzil war dieser Tag ein fester Bestandteil des liturgischen Kalenders. Mit der Liturgiereform von 1969 wurden die Festtage der Erzengel Gabriel und Rafael auf den Michaelstag gelegt, während der 2. Oktober den heiligen Schutzengeln gewidmet ist.
In der Kunst wird der Erzengel Michael oft als kriegerische Figur dargestellt, die mit Schwert oder Lanze kämpft. Diese bildliche Darstellung verweist auf seine Rolle als Kämpfer gegen das Böse, insbesondere in der Offenbarung des Johannes, wo er mit seinen Engeln gegen den Satan in der Gestalt eines Drachen kämpft. Diese Erzählung ist ein zentraler Bestandteil seiner Verehrung und symbolisiert den Sieg des Guten über das Böse. Der Heilige Erzengel Michael hat vor der Erschaffung der Welt gegen Luzifer gekämpft, was ihm den Namen „Michael“ verlieh, der so viel bedeutet wie „Wer ist wie Gott?“
Besonders für Deutschland hat der Erzengel Michael eine herausragende Bedeutung. Im 9. Jahrhundert legte Ludwig der Fromme den Michaelstag auf den 29. September, um einen christlichen Gegenpol zu den heidnischen Bräuchen der Germanen zu schaffen, die an diesem Tag Wotan, den Gott des Krieges und des Todes, verehrten. Otto der Große stellte nach seinem Sieg in der Schlacht auf dem Lechfeld im Jahr 955 das Heilige Römische Reich unter den Schutz des Erzengels.
Eine Legende umgibt die „Engelsburg“ in Rom, die ihren Namen von einem Ereignis im Jahr 590 ableitet. Papst Gregor der Große führte eine Bußprozession an, um die Pest zu besänftigen, und der Erzengel Michael erschien über dem Grabmal Hadrians, um das Ende der Seuche zu verkünden. Diese Erscheinung wird durch eine Statue des Engels auf der Spitze der Engelsburg symbolisiert.
Auch die Erscheinungen des Erzengel Michael auf dem Monte Gargano sind bekannt. Es war im Jahr 493, dass dies zum ersten Mal geschah. Weitere Erscheinungen des Erzengels folgten: Eine im Jahr 495 während eines Kampfes zwischen den Bewohnern von Siponto und Odoakers Soldaten stattfindende Schlacht, in der Michael dem Bischof versprach, dass die Sipontiner gewinnen würden. Als Bischof Laurentius die Grotte weihen wollte, trat eine dritte Erscheinung auf. Der Erzengel Michael teilte ihm daraufhin mit, dass er die Höhle bereits selbst geweiht habe. Im Jahr 1022, als der heilige Kaiser Heinrich II. auf den Berg Gargano pilgerte und dort mehrere Tage im Gebet verbrachte, trat eine vierte Erscheinung auf. Während er in der Michaelsgrotte betete, sah er plötzlich zwei Engel, die den Altar schmückten. Um die Mittagsstunde herum kamen viele Engel.
Laut der Website von Santuari di Monte Sant’Angelo:
Die erste Erscheinung, die als Stierepisode bekannt ist, ist auf das Jahr 490 datiert; es ist das erstaunlichste und erzählt die Geschichte eines reichen Herrn, der auf der Suche nach einem Stier seiner Herden war, der in der Gegend von Gargano verloren ging; Schließlich fand er es auf dem Gipfel des Berges, wo es an der Öffnung einer Höhle kniete. Voller Wut schoß er einen Pfeil gegen das aufsässige Tier, aber anstatt den Stier zu treffen verwundete der Pfeil auf unerklärliche Weise den Fuß des wohlhabenden Mannes.
Verstört von dem Ereignis suchte er den Bischof auf, der, nachdem er den Bericht über das außerordentliche Abenteuer gehört hatte, drei Tage voller Gebet und Buße befahl. Als der dritte Tag zu Ende ging, erschien der Erzengel Michael dem Bischof und sprach zu ihm: „Ich bin der Erzengel Michael und ich bin immer in der Gegenwart Gottes. Die Höhle ist mir heilig, ich habe sie erwählt; Ich Selbst bin ihre wache Hüterin… Dort, wo der Fels sich weit öffnet… Dort, wo der Fels sich weit öffnet… können den Menschen ihre Sünden vergeben werden… Worum hier im Gebet erbeten wird, wird gewährt. Gehe daher auf den Berg und widme die Grotte der christlichen Religion“.
Zweite Erscheinung
Die zweite Erscheinung, die als Siegesfolge bekannt ist, ist mit einem denkwürdigen Sieg der Stadt Siponto gegen die feindischen Truppen verbunden; Der vollständige Sieg, den der Erzengel während Seiner Erscheinung dem heiligen Bischof Laurentius Maiorano vorhergesagt hatte, fand am 8. Mai statt und wurde von den Langobarden der Fürsprache und Hilfe des Erzengels zugeschrieben.
Dritte Erscheinung
Die dritte Erscheinung, auch als Widmungsfolge bezeichnet, ist mit dem Beginn des Kults auf dem Gargano verbunden, als alle apulischen Bischöfe in einer Prozession zur heiligen Grotte zogen und feststellten, dass bereits ein primitiver Altar aufgestellt worden war, wie vom Erzengel bekannt gegeben anLawrence Maiorano; laut Legende fanden sie außerdem den Fußabdruck von St. Michael im Felsen.
Kaiser Heinrichs II. Pilgerfahrt zum Monte Gargano und die Erscheinung des Erzengels Michael
Im Jahre 1022 begab sich Heinrich II. auf seine dritte Pilgerreise nach Italien, die ihn zum heiligen Monte Gargano führte, einem malerischen Vorgebirge an der süditalienischen Ostküste Apuliens. Dieses geografische Gebiet, das zur Langobardia minor gehörte, war Teil des langobardischen Herzogtums Benevent. Zu dieser Zeit war dieses Herzogtum von internen Konflikten, einem Bruderkrieg unter den langobardischen Herzögen, geprägt, was dazu führte, dass der Kaiser eingreifen und das Herzogtum samt dem Gargano unterwerfen musste.
Bereits zuvor, im Kontext der politischen Turbulenzen, hatte sich die Region in den Strudel der Auseinandersetzungen zwischen Byzanz und den Langobarden verwickelt. Ein aufständischer langobardischer Adliger aus Bari, Meles genannt, hatte die Bevölkerung gegen die Herrschaft Konstantinopels mobilisiert, jedoch scheiterte sein Aufstand. Trotz dieses Misserfolgs bewies der Kaiser Größe, indem er Meles ein besonderes Privileg einräumte und ihm posthum die Ehre zuteilwerden ließ, im Dom von Bamberg beigesetzt zu werden.
Die Pilgerfahrt Heinrichs II. ist jedoch besonders bemerkenswert, da er der einzige unter den deutschen Kaisern ist, der offiziell heiliggesprochen wurde und dem der Erzengel Michael persönlich erschien. Der heilige Erzengel, hoch verehrt durch die germanischen Völker, offenbarte sich Heinrich und erklärte sich selbst als Schutzpatron der Deutschen. In einer legendären Vision, die Heinrich in der Michaelsgrotte erlebte, sah er den Erzengel und zahlreiche Engel in einer himmlischen Liturgie.
Wie Heinrich später berichtete, bat er den Erzengel um den Schutz für Deutschland. Der Fürst der himmlischen Heerscharen gab dem Kaiser sein Versprechen, mit einer wichtigen Einschränkung: Es lag an Heinrich und seinem Volk, würdig zu leben und den Glauben zu stärken, damit der Schutz des Erzengels dauerhaft gewährt bleiben könne.
Diese außergewöhnliche Begegnung und die damit verbundene spirituelle Erneuerung hatten weitreichende Folgen für Heinrich II., seinen Herrschaftsanspruch sowie die Beziehung zwischen dem Kaiserhaus und der Kirche. Der Monte Gargano, mit seiner tiefen spirituellen Bedeutung, blieb fortan ein Symbol für den Glauben und die Einheit des deutschen Volkes.

Zusätzliche Informationen

Gewicht 0,019 kg
Größe 3,7 × 3,7 × 1 cm

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