Der Wundermönch vom Libanon

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Autor: Ernst J. Görlich

Seiten: 140

Label: Christiana-Verlag, Kisslegg

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Beschreibung

 

Der Wundermönch vom Libanon von Ernst J. Görlich:
Charbel Makhlouf und die Kirche der Armen: Ein Blick auf den historischen Wendepunkt
Beim Abschluss des zweiten Vatikanischen Konzils im Jahr 1965 erlebte die römische Kirche einen bedeutenden historischen Moment: die Seligsprechung des Libanesen Charbel Makhlouf durch Papst Paul VI. Diese Zeremonie war nicht nur eine Ehrung für den Wundermönch, sondern auch ein symbolisches Zeichen für einen tiefgreifenden Wandel innerhalb der Kirche. In einer Zeit, in der soziale Spannungen weltweit sichtbar wurden, erkannten die Konzilsväter den dringenden Bedarf an einer „Kirche der Armen“.
Charbel Makhlouf, der im 19. Jahrhundert lebte und als Mönch in der libanesischen Abtei von Annaya wirkte, verkörperte diese Idee von evangelischer Armut in einer bisher unvergleichlichen Weise. Sein Leben war geprägt von einem intensiven Streben nach Gott, das ihn dazu brachte, sich von den materiellen Zwängen der Welt zu lösen. Er lebte in Kontemplation und Einsamkeit und strebte danach, immer tiefer in das Mysterium der Heiligen Dreifaltigkeit einzudringen.
Sein radikaler Verzicht auf irdische Besitztümer und sein unerschütterlicher Glaube machten ihn zu einem Vorbild für die Nachfolgenden. Charbel lehrte uns, dass wahre Armut nicht nur ein äußerlicher Zustand ist, sondern eine innere Entscheidung, die das Herz und den Geist für Gott öffnet. In einer Zeit, in der viele Menschen unter Armut und Ungerechtigkeit leiden, bleibt sein Beispiel besonders relevant. Die Kirche wird dazu aufgerufen, den Schrei der Armen zu hören und ihnen eine Stimme zu geben.
Die Botschaft des Konzils, die Verbindung zur Armen zu suchen und Christus in ihnen zu begegnen, kann durch das Leben Charbels neu belebt werden. Sein Erbe erinnert uns daran, dass die wahren Werte des Glaubens in der Hingabe, der Liebe und der Solidarität mit den Bedürftigen liegen. Die Seligsprechung Charbel Makhloufs am Ende des Konzils ist daher nicht nur ein historischer Akt, sondern ein Aufruf, aktiv an der Vision einer Kirche mitzuwirken, die sich für die Schwächsten der Gesellschaft einsetzt.
In Anbetracht der Herausforderungen unserer Zeit sollten wir Charbels Beispiel nicht achtlos betrachten, sondern es als Inspiration nutzen, um unser eigenes Leben und unseren Glauben zu vertiefen. Denn wie er uns lehrte, ist der Weg zu Gott oft der Weg der Demut, des Verzichts und der Radikalität gegenüber den Normen der Welt.

Zusätzliche Informationen

Gewicht 0,184 kg
Größe 20 × 13 × 1 cm